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Die Grundmühle im Weißbachtale gehört zu den lohnendsten und überraschend wertvollen Wanderzielen in der näheren Umgebung Erfurts. Die stille Einsamkeit und der eigenartige romantische Reiz des von lautem Verkehr abseits liegenden Weißbachtales dürfte manchem unkundigen wanderlustigen Ausflügler noch entgangen sein.

(W. Heinze
Wandersleben, im März 1928)

 

Grundmuehle Mai 2012Die Grundmühle liegt eine halbe Stunde Fußmarsch von Töttelstädt entfernt im Weißbachtal nach Tiefthal zu. Sie ist heute ein beliebtes Ausflugsziel vieler Erfurter. Hier ist zu jeder Jahreszeit etwas los. Den größten Ansturm erlebt die Grundmühle natürlich in den warmen Monaten. Aber auch im Winter lohnt sich ein Ausflug zu ihr

Die Grundmühle hat am Samstag und Sonntag sowie an Feier- und Brückentagen von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Im Winter von 10 bis 18 Uhr oder nach Vereinbarung. Für Nachfragen ist der Grundmüller unter der Telefonnummer 0171 1276418 zu erreichen oder hier über das Kontaktformular der Grundmühle.

Wie komme ich zur Grundmühle:
Am einfachsten kommst Du zur Grundmühle, wenn Du mit dem Auto oder Bus bis nach Töttelstädt oder nach Schaderode fährst und von dort aus den Rest zu Fuß läufst. Wer etwas weiter wandern will, kann dies von Tiefthal aus. Da benötigst Du dann ca. 45 bis 60 Minuten.

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2 km        

 

Die Grundmühle

Die Mühle im Grunde vom Weißbachtal,
sie zählt ihre Jahre, schon 200 mal.
Kann viel berichten aus alten Tagen,
hat Schönes erlebt, auch Weh und Klagen.
Ward Korn hier gemahlen, so mancher Malter,
für Knechte, für Bauern und Gutsverwalter.
Es zogen vorbei hier Freund und Feind,
hat öfter schon Wanderer und Sänger vereint.
So soll es nun bleiben für ewige Zeit,
das Stückchen Heimat, das uns alle erfreut.

(Horst Kallenberg, Ortschronist
zum 200. Geburtstag der Grundmühle 1994)

 

Die Geschichte der Grundmühle

Die Grundmühle wurde gebaut im Jahre 1794 durch einen gewissen Michael Ernst Neukamm. Sie liegt unterhalb des Ortes, eine halbe Stunde entfernt nach Tiefthal zu. Die Baukosten der Grundmühle sind nicht bekannt. Die Mühleneinrichtung bestand aus einem Mahlgang, einem Schrotgang und einer Ölmühle.

Nach dem Tod des Michael Neukamm ging die Mühle an dessen Sohn über. Dieser verkaufte die Mühle 1805 an einen gewissen Hesse. Auch dieser behielt die Mühle nicht lange, sondern verkaufte sie im Jahre 1808 an Andreas Droschler aus Berka, der von Beruf Färber war. Droschler verkaufte die Mühle 1811 an den Besitzer der Obermühle Martin Dünkel für die Kaufsumme von 1100 Talern.

1818 wurde die Mühle wiederum verkauft an einen Töttelstädter namens Christoph Göbel. 1826 brannte die Mühle ab, wurde aber von Göbel wieder aufgebaut. Auf der Mühle lagen viele Schulden. Das Kapital stammte von Mathias Kritzmüller aus Gotha. 1832 brannte die Mühle wieder. Diesmal war es aber nur das oberste Stockwerk, welches niederbrannte und auch wieder aufgebaut wurde. Göbel wurde in Untersuchungshaft genommen, worin er auch gestorben ist.

1836 wurde dann die Mühle an die Gebrüder Friedrich Ernst - und Ernst Wilhelm Schlöffel für 575 Taler verkauft. Die Käufer beabsichtigen nur für ihren eigenen Bedarf zu arbeiten. In den folgenden Jahren wurde das Wasser sehr knapp. In der ersten Zeit, als die Mühle repariert werden sollte, wurde sogar das Wasser zum Bauen aus der Schwemme im Untertor (in Töttelstädt gelegen) geholt. Es war überhaupt ein dürrer Sommer, im ganzen Bach war kein Tropfen Wasser zu sehen.

1843 wurde die Mühle wieder an einen gewissen Karl Bergmann aus Dachwig verkauft. Der Preis betrug 700 Taler. Bergmann hatte günstigere Jahre und mehr Wasser, verkaufte aber trotzdem die Mühle wieder 1851 an Baumgard aus Großfahner für 1100 Taler. Baumgard verkaufte krankheitshalber 1858 die Mühle wieder für 1700 Taler an einen gewissen Vater aus Burgtonna. Vater verkaufte die Mühle seinem Schwiegersohn Christoph Sänger 1861. Sänger wollte die Müllerei tüchtig betreiben und kaufte noch von Witterda von Wilhelm Schwade eine Windmühle.

Dieselbe setzte er neben die ehemalige Orphalkirche dicht über die Wassermühle. Dieses Unternehmen wurde für ihn zu groß und er verkaufte die Windmühle bereits nach zwei Jahren wieder auf Abbruch an einen gewissen Gräbhein nach Tüttleben. Auch die Grundmühle wurde zur gleichen Zeit wieder verkauft. Andreas Schuchard aus Bolstädt wurde neuer Besitzer. Dieser verkaufte dann im Jahre 1872 die Mühle an seinen Schwiegersohn.

1883 wurde Theodor Kästner Besitzer der Grundmühle. Er vererbte sie seinem Sohn Otto Kästner, welcher die Müllerei bis 1924 betrieben hat. In diesem Jahr war das oberschlächtige Wasserrad, welches einen Durchmesser von fast 9 Mertern hatte, zerfroren und dadurch völlig zusammengebrochen. 1927 wurde anstelle eines Wasserrades eine Ossberger-Wasserturbine eingebaut. Sie diente vorwiegend zum Antrieb einer Schrotmühle für den Eigenbedarf, denn zur Mühle gehörte noch eine kleine Landwirtschaft mit 22,7 Acker Besitz (Ackerland, Wald und Wiese).

Schrittweise vollzog sich dann der Umbau von der Mühle zur Gastwirtschaft. 1931 wurde die Erlaubnis zum Betreiben einer Gaststätte erteilt. Kästners Schwiegersohn, Ernst Günther, führte dann die Gaststätte nebst Landwirtschaft weiter. Der Gaststättenbetrieb wurde 1956 aus Altersgründen eingestellt.

Der letzte Erbe der Grundmühle Fritz Günther verkaufte das Grundstück der LPG Töttelstädt. Von dieser erwarb dann der jetzige "Grundmüller" Matthias Eichhorn die ehemalige Mühle 1991 wieder, die als kleine Ausflugsgaststätte sich wieder großer Beliebtheit erfreut.

Nach 100 Jahren dreht sich in der Grundmühle wieder ein Mühlenrad. Zum Mühlentag am Pfingstmontag, 16.05.2016, wurde in der Grundmühle ein neues Wasserrad eingeweiht. Es hat einen Druchmesser von 3,80 m. Die 13 Stämme Lärchenholz haben die Mühlenradbauer Martin Sendler und Dieter Ernst, beide aus Witterda, aus dem Thüringer Wald geholt. In 520 Stunden entstand das neue Mühlenrad aus 132 Segmenten, davon 36 Schaufeln.

Wasserrad